Weiß- und Rotdorn in Garten- und Parkanlagen

Ob wir nun im Garten heimische oder fremdländische Stauden und Gehölze verwenden, ist für manche eine Frage der Ökologie und Ideologie. Doch es gibt auch andere Auswahlkriterien. Gestalterisch gesehen ist es so, dass man die mehr exotischen Pflanzen und hochgezüchteten Kulturpflanzen eher nahe an das Haus pflanzt und Wildpflanzen mehr raus in den Garten.

Rotdorn als Vorgartenbaum

Alte Rotdornbäume als “Hausbäume” im Erzgebirge. Die Kronen wurden durch gelegentlichen Schnitt klein gehalten. Als Tiefwurzler stören die Wurzeln nicht nah am Haus.

Ähnlich ist das auch im Vergleich mit Stadt und Land. Im urbanen Bereich wird man zum Beispiel in einem kleinen Rosengarten eher Edelrosen pflanzen und in einem weiten ländlichen Garten mehr Strauchrosen, Rambler, usw.
In der Stadt ist die streng geschnittene Thujahecke eine gute Wahl. Der zwischen Feldern eingebettete Garten braucht hingegen eher eine robuste Weißdornhecke aus dem heimischen Weißdorn (Crategus monogyna). Heimische Pflanzen geben ganz einfach ein besseres Flair, wenn wir im ländlichen Stil gestalten wollen.

Crategus monogyna für Hecken

Der Weißdorn (Eingriffeliger Weißdorn) ist die klassische Landhaushecke und Einfassung für den englischen Cottage-Garten. Das sommergrüne Gehölz blüht im Mai in weißen Doldenrispen, doch es wird in der Hecke weniger wegen der Blüte gepflanzt, sondern mehr wegen der Undurchdringlichkeit des Hages. Crategus monogyna wächst auf allen Böden, in voller Sonne (trockenheitsverträglich), im Halbschatten und auch noch ganz gut im trockenen Schatten, etwa als Hecke unter Kastanien.

Crategus laevigata für kleine Bäume

Crategus laevigata (Zweigriffeliger Weißdorn) ist ebenfalls ein heimischer Baum, der voll ausgewachsen eher ein Großstrauch ist. Als Baum kann er 6-7 Meter hoch werden. Als Zierbaum bildet er schöne runde Kronen au, die jeder Zeit durch Schnitt geformt werden können. Er verträgt auch sehr starken Rückschnitt.

In der Baumschule gibt es eine rotglühende Form, die im Handel als Rotdorn bezeichnet wird. Diese bewährte Sorte ist ‚Paul’s Scarlet‘, Gefüllter Rotdorn mit leuchtend karmesinroten Blüten.
Die weißblühende Ziersorte ist Crategus laevigata ‚Plena‘ – Gefüllter Weißdorn, also eine andere Art, als der oben genannte ‚Eingriffelige Weißdorn‘.
Diese beiden Ziersorten an kleinen Bäumen nimmt man für die Gartengestaltung, vorzugsweise für Vorgärten (Hausbäume, Bild oben). Auf Friedhöfen ist der Weißdorn eine uralte verwendete Symbolpflanze, bzw. durch die Pflanzung erhoffte man sich früher die Abwehr böser Geister.
Heute pflanzt man ihn dort lieber, weil er ein Tiefwurzler ist und wenig Laub im Herbst abwirft. Was hier für Friedhöfe gesagt ist, das gilt natürlich besonders für Heckenenfriedungen ländlicher Friedhöfe, wobei als Heckenpflanze Crategus monogyna wird und für Bäume Crategus laevigata. Letzteres Gehölz möchte aber weniger im Halbschatten stehen, was es auch als Hecke unzweckmäßig macht.

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