Tipps für den Terrassenbau

Gestalte die Terrasse am Haus nie zu klein. Wer einen sehr kleinen Garten hat [Reihenhausgarten], der überlege, ob er nicht gleich einen Terrassengarten anlegen sollte und nicht den Garten zerstückelt in eine kleine Terrasse + kleine Rasenfläche + winzige Staudenareale usw. Wem eine großzügige Terrasse zu leer erscheint, der kann mit einer Plastik, mit einem Kunstobjekt oder mit einem schön gestalteten Gartenkamin den Blick von der Leere des Terrassenplatzes ablenken. Ähnlich ist die Wirkung dann auch im Winter, wenn eine Gartenplastik ein schönes Blickziel vom Haus aus gibt und optisch vom Garten ablenkt, wenn dieser grau und trübe erscheint. Mit klug gewählter Lichtgestaltung kann in der dunklen Jahreszeit der Ausblick vom Haus über die Terrasse in den Garten interessant und farbig gestaltet werden.

Terrasse aus Holz

 

Optimal ist bei der Terrassengestaltung, wenn die Zimmer im Haus und die Terrasse auf gleichem Niveau liegen. Ist dieser Höhenunterschied zu hoch, kann man mit einem hochgelegten Holzdeck den besten Übergang vom Haus zur Terrasse schaffen. Erst der leichte, stufenlose Übergang vom Haus in den Garten hinein bringt den gewissen Landhauscharakter, der so oft gewünscht wird.
Steinterrassen aber auch Holzterrassen benötigen eine leichte Neigung zur Entwässerung vom Haus weg – es genügt hier meist ein Neigungswinkel von 0,5 bis 1% = ca. 0,5cm bis 1cm Höhenunterschied auf einen Meter.
Beim Bau von Steinterrassen sollte vorher klar sein, wo später elektrische Leitungen oder Entwässerungsrohre verlegt werden müssen.
Die Wege im Hausgarten sollten so angelegt werden, dass kein Zugang vom Hauseingang oder vom Gartentor unmittelbar auf die Terrasse führt, da sonst, wie häufig beobachtet wird, unerwarteter Besuch über die Terrasse anstatt durch die Eingangstür in das Haus gelangen kann ;-).
Abgesenkte Terrassen werden als gemütlicher empfunden als erhöhte Flächen, bei denen man quasi auf dem Präsentierteller sitzt. Zudem sind sie besser vor Wind geschützt.
Auch aus gestalterischen Gründen sind leicht abgesenkte Flächen als Sitzplatz sehr zu empfehlen, da sie die Raumbildung im Freien verbessern. Nur die Entwässerung ist ein wenig schwieriger, als auf erhöhten Terrassen.
Eine flache Mauer, welche die Terrasse umschließt und bei Bedarf als Sitzplatz genutzt werden kann, ist eine weiter Möglichkeit der Gestaltung. Das Material für die Ummauerung und die am Haus verwendeten Materialien sollen dabei optisch eine Einheit bilden. Bei hoch gelegten Holzterrassen sollte ein klug platzierter Sichtschutz die Terrasse zum Refugium werden lassen.

Sonnenschutz ist ein wichtiges Thema. Wenn allein schon blendende Materialien vermieden werden [weiße Terrassenplatten, grelle Terrassenmöbel und Tischdecken, weiße Fassaden] ist der Aufenthalt auf der Terrasse um vieles angenehmer, als wenn grelles Licht stört. Am besten ist lichter Schatten auf der Hausterrasse, der von einem Schattenbaum gespendet wird oder von einem bepflanzten Pergola-Dach [Rankgitter]. Auch ein Sonnensegel ist ein geeigneter Schattenspender. Sonnensegel oder Markisen gibt es auch aus regenfestem Material.
Terrassendächer sollten solide gebaut sein und zu den Materialien und zur Dachdeckung des Hauses passen. Bei Terrassendächern muss auch der seitliche Windschutz beachtet sein. Bevor man im Nachhinein immer stückchenweise Anbauten vornimmt, sollte man gleich überlegen, ob man nicht eine Veranda zur Terrassenüberdachung wählt. Praktisch ist so eine Veranda aber nur, wenn sie durch Schiebefenster [oder Türen und Fenster nach außen zu öffnen] schnell und unkompliziert vom geschlossenen Raum zur offenen Terrassenüberdachung umgewandelt werden kann.
Für Holzterrassen solltest du haltbares Material verwenden. Neben klassischen Harthölzern [Tropenhölzern] gibt es so genanntes Thermoholz, welches eine lange Haltbarkeit im Freien aufweist. Eine weiter Alternative zu Tropenholz ist WPC [Holz-Polymer]. Verwende zum Bau deiner Holzterrasse unbedingt Edelstahlschrauben.

Für Steinterrassen werden meistens Terrassenplatten verwendet, doch man kann eine Hausterrasse auch mit den verschiedensten Materialien und Mustern pflastern [Naturstein, farbige Betonpflaster]. Für den Laien ist das Verlegen einer Pflasterung vermutlich einfacher, weil am Ende die Fläche mit der Rüttelplatte nivelliert wird. Mit dieser Technik kann auch eine ungelernte Arbeitskraft eine wirklich ebene und haltbare Flächenbefestigung zustande bringen.
Die einfachste Form, eine ebene und feste Fläche im Hausgarten herzustellen, ist die Kiesterrasse. Sie muss aber, ebenso wie die Steinterrassen, eine Neigung vom Gebäude weg zur Entwässerung besitzen. Das Wichtigste für die Haltbarkeit einer einfachen Kiesterrasse ist tatsächlich die richtige Entwässerung. Pfützen machen besonders im Winter den Belag kaputt.

Kiesterrasse bauen: ist die Rasennabe entfernt, wird in Größe der Terrasse weiterer Boden ausgehoben, denn unter der Kiesschicht benötigt man eine feste Tragschicht. Für diese verwendet man Schotter mit Feinanteilen 0/32mm. Diese Tragschicht hat mit 20cm eine ideale Stärke, und sie wird am Ende mittels einer Rüttelplatte [Vibrostampfer] verdichtet. Auch die völlig ebene Fläche mit der entsprechenden Entwässerungsneigung wird schon bei dieser unteren Tragschicht hergestellt – nicht erst mit dem oberen, dünnen Kiesbelag, der dann folgt. In der Regel verwendet man als Deckschicht Kies oder Splitt mit einer Körnung von 2/8mm, welche gut 2cm hoch aufgetragen und mit der Rüttelplatte verdichtet wird. Beim Bau sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Materialien eine Grundfeuchte besitzen, da sich sonst die Schotter- oder Kies-Mischungen „entmischen“ – das heißt, dass die verschiedenen Korngrößen voneinander getrennt werden. Das passiert auch, wenn mit einem Eisenrechen das Material verteilt wird. Dafür gibt es spezielle Landschaftsbaugeräte [auch unter „Teerverteiler“ im Handel]. Der Heimwerker nimmt hierfür einfach die Rückseite eines Eisenrechens.
Thomas Jacob                                Weiterlesen –>

 

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